Pädagogische Grundsätze

 

Kinder brauchen Sicherheit, emotionale Zuwendung

Kinder können sich nur dann gut entwickeln und mit Interesse und Neugier die Welt entdecken, wenn sie sich emotional sicher und geborgen fühlen. Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, dass sich die Erzieherin jedem Kind einfühlsam zuwendet und seine Bedürfnisse wahrnimmt sowie innerhalb der ihr vorhandenen Möglichkeiten darauf eingeht.

Am Anfang steht dabei die Eingewöhnung. Die gelungene Gestaltung der Eingewöhnungsphase ist die Basis für einen erfolgreichen Kindergarten-Einstieg und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kindern/Eltern und Kindergarten. Daher betrachten wir die sanfte Eingewöhnung des Kindes unter Begleitung eines Elternteils bzw. einer dem Kind nahe stehenden Person als den Regelzugang zur Kita.

Jedes Kind hat seine Bezugserzieherinnen, die jedoch im Laufe der Kitazeit wechseln können. Aufgabe der Erzieherinnen ist es, zu Kindern wie Eltern ein kooperatives Verhältnis aufzubauen und den vertrauensvollen Umgang miteinander zu fördern.

 

Kinder brauchen Anerkennung

Jedes Kind braucht für die Entwicklung seines Selbstbewusstseins und seines Selbstvertrauens die Erfahrung, von anderen, zunächst vor allem von Erwachsenen, vorbehaltlos anerkannt, wertgeschätzt und geliebt zu werden. Das bedeutet, dass sich jede Erzieherin jedem ihr anvertrauten Kind gleichermaßen emotional zuwendet und sie Vertrauen in das Entwicklungsstreben jedes Kindes hat.

 

Kinder brauchen Bildungsmöglichkeiten und -anregungen

Kindertagesstätten sollen dazu beitragen, dass Kinder gute Chancen für eine lebenswerte Perspektive in unserer Gesellschaft haben, gleich welchem Geschlecht sie angehören und oder wie ihr ethisch-kultureller oder sozialer Hintergrund ist.

Jedes Kind ist von Natur aus neugierig und will die Welt entdecken und erleben. In Übereinstimmung mit dem Berliner Bildungsprogramm (BBP) gehen wir davon aus, dass „Bildung als die Aneignungstätigkeit verstanden wird, mit der sich der Mensch ein Bild von der Welt macht“ und dass die pädagogische Arbeit in der Kindertagesstätte „Bildung nicht erzwingen kann, sondern nur begrenzt Einfluss darauf hat, wie ein Kind sich sein Bild von der Welt macht“ (S.18 des Berliner Bildungsprogramms für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen bis zum Schuleintritt). Für die Erzieherin dient das BBP damit als Arbeitsgrundlage und als methodischer Leitfaden.

Entscheidend ist uns bei der Begleitung der Bildungsprozesse, wie die Erzieherin es versteht, durch anregende Fragen und Gestaltung der Lernumgebung den Aneignungsprozess der Kinder zu unterstützen. Dabei kommt es darauf an:

  • den Forscherdrang der Kinder zu unterstützen (so manches Mal auch auszuhalten)
  • die Interessen der Kinder wahrzunehmen und geeignete Anregungen und Materialien - aber auch Zeit und Raum - zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema zur Verfügung zu stellen
  • den Kindern neue Erfahrungen “zuzumuten” (sie herauszufordern, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die bisher nicht zu ihrer Erfahrungswelt gehörten)
  • so zu fragen, dass Kinder zum Weiterdenken und zur Suche nach eigenen Erklärungen angeregt werden.

Diese Sichtweise – Subjektivität des Bildungsprozesses – schließt nicht aus, dass im pädagogischen Prozess Ziele formuliert werden und der pädagogische Prozess geplant wird. Wenn es darum geht, dass Kinder die Welt erfassen, sie sich aneignen und aktiv mit gestalten, müssen Pädagogen sich dazu Gedanken machen, welche Kompetenzen dabei von zentraler Bedeutung sind.

Eine wesentliche Aufgabe der Erzieherin liegt in der Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Lern- und Entwicklungsprozesse (z.B.: Sprachlerntagebuch (SLT) und jährliche Entwicklungsgespräche). Diese dienen der am Kind orientierten weiteren Planung der pädagogischen Arbeit, der Verdeutlichung der Entwicklungsschritte des Kindes und bieten sich häufig auch als Medium in der Arbeit mit den Kindern an.

 

Kinder brauchen die Kindergemeinschaft

In der Kindergruppe machen die Kinder Erfahrungen über den Familienrahmen hinaus, haben die Möglichkeit mit Gleichaltrigen Erfahrungen zu sammeln oder auch Unterschiedlichkeit kennen zu lernen. Besonders in Gruppen mit Kindern verschiedener Herkunftssprache und kultureller Hintergründe und bei der Integration von Kindern mit Behinderungen können sie lernen, unbefangen mit Anderssein umzugehen und es als Bereicherung zu erleben.

Wenn sich Kinder untereinander über ihre Wahrnehmungen und Erlebnisse verständigen, ordnen sie die Dinge, versuchen Zusammenhänge zu knüpfen, vergleichen ihre Sichtweisen und verändern so ihr Bild von der Welt und sich selbst.

Im Kontakt mit den anderen Kindern lernen sie, Gefühle zu äußern und mit unterschiedlichen Bedürfnissen nach Nähe und Distanz umzugehen. In der Kindergruppe entwickeln sie ihre Identität in einer weiteren sozialen Gemeinschaft neben der Familie.